Impressionen 2019

Freitag, 08. März 2019 – Klaviertrio Hannover

Klaviertrio mit Wucht und Empathie

 

Fünf Konzerte erlebt das für kammermusikalische Aufführungen bestens geeignete Logenhaus in diesem Jahr im Rahmen des nun schon neunten Festivals dieser Art in der Sängerstadt. Gleich der Start am Freitagabend sorgte für ein furioses Konzert vor ausverkauftem Haus. Das Klaviertrio Hannover sorgte mit temperamentvoller Wucht und auch einfühlsamen Vortrag für große Begeisterung beim Publikum, das aus dem gesamten Landkreis den Weg zum Festival gefunden hatte. Pianistin Katharina Sellheim forderte Lucja Madziar (Violine) und Johannes Krebs (Violoncello) zu engagiertem Zusammenspiel mit Beethovens Trio c-Moll und Bernsteins Piano Trio heraus, bevor das Trio nach der Pause dem durch das Festival führenden Komponisten Franz Schubert voller Empathie gekonnt mit seinem „Notturno“ D 897 huldigte. Nach dem Abschluss mit Debussys Trio G-Dur konnten die drei sympathischen Musiker den verdienten stürmischen Beifall in Empfang nehmen.

 

Jürgen Weser

 

Eröffnungskonzert, Samstag, 2. März 2019 – Ensemble Pontivello

Das Ensemble Ponticello aus Dresden begeistert zum Auftakt des Kammermusikfestivals 2019 in Finsterwalde.

 

Am Sonnabend eröffneten Bürgermeister Jörg Gampe und die künstlerische Leiterin Johanna Zmeck das 9. Finsterwalder Kammermusikfestival in der Trinitatiskirche. Franz Schubert begleitet mit seiner Klangvielfalt alle sechs Veranstaltungen des Festivals, das Kammermusik-Junior-Konzert wie auch die Kinderkonzerte. Mit dem Ensemble Ponticello aus Dresden war eine Formation eingeladen, die Kammermusik und Orchestrales verbindet.

 

Knapp 200 Besucher trotzten mit ihrem Besuch dem Karnevalstrubel des Tages und dürften ihren Besuch nicht bereut haben. Ponticello startete in Frankreich, führte die musikalische Reise nach Brasilien und landete nach der Pause bei Franz Schubert in Österreich. Die Musiker suchen den Brückenschlag (Ponticello) zum Publikum mit unterschiedlichen Besetzungen. So boten sie Franzis Poulenc Flötensonate, arrangiert für Streichquintett, dar und Kathrin und Daniel Bäz bewiesen mit Heitor Villa-Lobos Komposition auf Flöte und Fagott brasilianische Spontanität mit virtuoser Extraklasse.

Mit dem selten gespielten Oktett für Klarinette, Horn, Fagott und Streicher von Franz Schubert durften die Zuhörer einen besonderen Hörgenuss erleben. Extra für sein längstes Kammermusik-Stück mit sinfonischen Zügen in dieser Besetzung zusammengestellt, gelang Ponticello sowohl Schuberts klanglich-harmonische Klangbreite und Bläser mit Streichern zu einem wundervollen Klangteppich zu verschmelzen. Der „Brückenschlag“ von Musikern und Publikum war gelungen. Begeisterter Applaus bewies es.

 

Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh konnten sich als Macher des Festivals über den gelungenen Start freuen. Mit Hilfe der Stadt und zahlreicher Sponsoren haben sie ein Festivalprogramm in gewohnter Qualität und mit neuen Akzenten vorbereitet. Besondere Klangeindrücke wird das Faboi Doppelrohrquartett am 15. März im Logenhaus bieten, wo das Konzert am 29. März mit Michael Barenboim und Natalia Pegarkova so gut wie ausverkauft ist. Ein besonderes Bonbon will der belgische Tenor Thomas Blondelle mit seinem Liederabend am 22. März bieten. Schon am kommenden Freitag ist das Klaviertrio Hannover zu Gast. Wie immer wird das Weimarer Klavierquartett mit einem Gast beim Finale zu hören sein.

 

Jürgen Weser