Künstler 2016

Weimarer Klavierquartett

Duo Marie Seidler – Danie Heide

Duo 9

Trio Martinů

Offenburger Streichtrio

ensemble ponticello

Impressionen

MONTAG, 04.04.2016 – KINDERKONZERT

MAN KANN DER FREUNDIN AUCH EIN LIED SCHENKEN
AUF REISE VOM VOLKS- ZUM KUNSTLIED MIT MARIE SEIDLER UND DANIEL HEIDE BEIM KINDERKONZERT

Eine Herzensangelegenheit sind den Organisatoren des Finsterwalder Kammermusikfestivals die Kinderkonzerte. Auch beim 6. Festival konnten zweihundert Mädchen und Jungen aus Kitas, Finsterwalder Grundschulen und vom Sängerstadt-Gymnasium mit Sängerin Marie Seidler und Pianist Daniel Heide durch die Welt des Volks- und Kunstliedes reisen. So gefällt Musikunterricht und musische Beschäftigung den Mädchen und Jungen. Den Musikern gelang es, die Kinder unterhaltsam für Musik mit romantischem Liedgut zu interessieren. Dabei lernten sie auf spielerische Art, dass das Klavier Flügel heißt, wie viel Tasten es hat, dass Pedale für schönen Klag sorgen und wie der Mezzosopran von Marie Seidler klingt und warum er so heißt.

,,Ihr seid ja ein richtiges Fachpublikum“, lobt Daniel Heide die jungen Zuhörer für ihre musikalischen Kenntnisse. Die Musiker demonstrieren den Unterschied zwischen Volkslied und schwärmerischem Kunstlied mit Schumanns ,,Mondnacht“ und erleben, wie aufmerksam das junge Publikum lauscht. ,,Du meine Seele“ hat der Komponist Robert Schumann seiner Klara geschenkt. ,,Man kann der Freundin oder dem Freund auch ein Lied schenken“, gibt es als Tipp.

Das Staunen bei den Kids ist groß, als sie die Stimmbreite der Opern-und Konzertsängerin zwischen ganz leise und Opern-Schock-Lautstärke erleben und als sie 20 Sekunden einen Ton mit einer Atmung halten kann. Sofort übt der ganze Saal, errät dann die Sprache von Dvorák-Liedern und singt mit Marie Seidler gemeinsam ,,Gut Abend, gute Nacht“. Marie Seidler und Daniel Heide, die am Abend zuvor das erwachsene Publikum mit ihrem Konzert begeistert hatten,  ist der  Spaß mit den Kindern anzumerken. „Die Stimme ist Wahnsinn“, schwärmten Celine Tanneberger und Emely Weißenborn vom Sängerstadt-Gymnasium nach dem Konzert. Am besten hat ihnen das Lied mit zwei Stimmen zwischen Hexe Loreley und männlichem Opfer gefallen. ,,Einfach toll“ fanden die beiden Zweitklässlerinnen Nova Lortz und Josi Matschke von der Evangelischen Grundschule das Konzert. Das sehen auch die ,,Sängerstadt“-Musiklehrerinnen  Petra Thiemig und Doris Seiler so. ,,Wir werden im nächsten Jahr wieder kommen.“ Für Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh als künstlerische Leiter des Kammermusikfestivals waren die beiden Konzerte Bestätigung, Kinder an klassische Musik heranzuführen. 

Jürgen Weser

SONNTAG, 03.04.2016

BEEINDRUCKENDE EINHEIT VON LYRIK UND MUSIK

Die Mezzosopranistin Marie Seidler und der Pianist Daniel Heide präsentierten am 3. April einen facettenreichen Konzertabend, der sich unter dem Titel „Du meine Seele, du mein Herz“ dem Kunstlied widmete. Neben bekannten Liedkomponisten wie Schumann und Brahms kam auch der diesjährige Festival-Komponist Antonín Dvořák zu Gehör. „Für gewöhnlich machen die Liedsänger einen Bogen um Antonin Dvorak“, gestand Daniel Heide in seiner Einführung. Die großen Liederkomponisten böten zum einen genug Repertoire, außerdem sei die Sprache eine weitere Hürde. So ist umso bemerkenswerter, dass Marie Seidler die drei Dvořák-Lieder „Gute Nacht“, „Da war ein Mädchen“ und „Nichts was mich tröstet“ in tschechischer Sprache präsentierte. Die volksliedhaften Weisen verströmten böhmische Lebensart, verstärkt durch die anschließenden temperamentvollen Zigeunerlieder. Nach Dvořák fanden die Interpreten den Übergang zu Richard Strauss mit seinen bekannten Liedern „Rote Rosen“, „Georgine“ und „Wie sollten geheim wir sie halten“.

Die titelgebende Lied „Du meine Seele, du mein Herz“ stammt aus dem Schumann-Liederkreis nach Eichendorff-Gedichten und ist eines der bewegenden Liebeslieder der Romantik. Dieses und elf weitere Lieder, die Schumann seiner künftigen Ehefrau Clara widmete, standen am Beginn des Abends. Marie Seidler und Daniel Heide ließen den Funken, der von diesen Kompositionen ausgeht, überspringen. Spätestens nach der Darbietung des Liederzyklus hatten die Musiker das Publikum in ihren Bann gezogen. Die Art und Weise, wie es Marie Seidler mit ihrer klaren und raumfüllenden Stimme und Daniel Heide am Piano gelang, Komposition und Lyrik zu vereinen, hat begeistert. Bis zum letzten Takt verharrten die Zuhörer in absoluter Aufmerksamkeit. Schließlich ließ die Zugabe des Zigeunerliedes „Komm und tanz!“ so manches Bein wippen und löste erneut einen großartigen Beifall aus.

HOUTAF KHOURY HÖRT IM FINSTERWALDER LOGENHAUS ZUM ERSTEN MAL SEIN PIANO-QUARTETT NO. 1

MIT EINEM BESONDEREN EREIGNIS IST DAS SECHSTE FINSTERWALDER KAMMERMUSIKFESTIVAL AM OSTERMONTAG GESTARTET

Das Weimarer Klavierquartett mit den künstlerischen Festivalleitern Nassib Ahmadieh und Johanna Zmeck bot eine Welturaufführung. Als Auftragswerk hat der libanesische Komponist Houtaf Khoury dem Ensemble das Piano-Quartett No.1 geschrieben und erlebte die Weltpremiere im Finsterwalder Logenhaus selbst mit. Zusätzliche Stühle mussten in den Konzertraum gestellt werden. Mehr als das Doppelte an Karten hätte verkauft werden können. Das Fest der Kammermusik in Finsterwalde erfreut sich inzwischen großer Beliebtheit. Darüber sind die Festivaleltern Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh, beide auch Musikpädagogen an der Kreismusikschule, gemeinsam mit der Stadt als Organisatoren glücklich. Vor allem strahlt das Festival immer mehr nach außen, machen die Kartenwünsche deutlich. Die Klammer des diesjährigen Festivals ist das musikalische Schaffen des böhmischen Komponisten Antonio Dvorák, von dem Werke bei allen sechs Konzerten des Festivals zu hören sind. Aber natürlich waren die Besucher am Ostermontag besonders auf die moderne Kammermusik von Khoury gespannt, die geschickt zwischen Klavierquartette aus der Feder von Beethoven und Dvorák platziert worden war. Beethoven als Vorbild, wie Khoury erzählte, war mit seinen Klangbildern zu erahnen. Auch Khourys Dynamik und die hörbare Pathetik des alltäglichen Lebens korrespondierte mit dem Klavierquartett von Dvorák aus dem Jahr 1889. Seit Monaten hatten sich Jakob Tuchscheerer (Viola), Barbara Seifert (Violine), Johanna Zmeck (Klavier) und Nassib Ahmadieh (Cello) mit dem 17-minütigen Klavierquartett von Houtaf Khoury auseinandergesetzt. Die Premiere begeisterte den Komponisten so sehr, dass er sich gern mit den Musikern vom Publikum feiern ließ.

„Nachdem das Finsterwalder Publikum im vergangenen Jahr die Musik von Schostakowitsch so gut angenommen hatte, war ich optimistisch, dass auch moderne Kammermusik ankommt", schwärmte der Massener Bernd Raabe in der Konzertpause. Auch Musiklehrer und Chorleiter Roland Reichelt war von der modernen Komposition angetan. Zwar war die spannungsgeladene polyphone Komposition mit den vier Stimmen der Instrumente, die zum Teil eigene Wege gehen, um sich dann in gemeinsamen Klangbildern zu treffen, ungewohntes Hörerlebnis für viele Konzertbesucher. Aber mit der Spannung zwischen Klavier und Streichern und den meditativen Stimmungen des Stückes erzielte Khoury beim Publikum emotionales Mitfühlen. Zu verdanken hat das Publikum dieses besondere Erlebnis vor allem Nassib Ahmadieh, der Houtaf Khoury seit seinem Musikstudium im Libanon kennt und als einen der besten zeitgenössischen Komponisten schätzt. Der 1969 geborene Khoury hat fünf Sinfonien und 18 Konzerte komponiert und wird mit seinen Werken in Europa, den USA, Russland und in der Ukraine, wo er zwischenzeitlich gelebt hat, gespielt. Die Schweiz ist sein nächster Konzertort. Dank der Elbe-Elster-Sparkasse wurde Khourys Besuch in Finsterwalde möglich. ,,Ganz toll wäre eine Konzertreise mit dem ,Weimarer Klavierquartett' in den Libanon", hofft Ahmadieh. ,,Das ist ein ganz vorzügliches Ensemble mit tollen jungen Musikern", lobte Kantor Andreas Jaeger. Und Maler Dietrich Tosch schwärmte nach dem Dvorák-Klavierquartett von ,,wunderbaren Klangbildern". Das Finsterwalder Publikum feierte sein Lieblingskammermusik-ensemble mit begeistertem Beifall und Füßetrampeln.

Jürgen Weser

OSTERMONTAG, 28.03.2016

FURIOSER FESTIVALAUFTAKT

Im ausverkauften Logenhaus eröffnete am gestrigen Ostermontag das Weimarer Klavierquartett das sechste Finsterwalder Kammermusik Festival. Die Gäste erlebten einen furiosen Festivalauftakt mit Werken von Beethoven und Antonín Dvořák sowie einer Welturaufführung des Piano Quartet No. 1

des zeitgenössischen libanesischen Komponisten Houtaf Khoury. Das Publikum bedachte die Darbietung der vier Musiker mit Ovationen und Bravo-Rufen.

Kammermusik Festival

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